Meine Arbeit im Wahlkreis

"Baustelle Gymnasium" zu Lasten von Kindern, Lehrern und Eltern

Pressemitteilung 12.03.2008

Ulla Meurer: Gesamtschule entzerrt Lernatmosphäre

Kreis Heinsberg. Eine miserable Vorbereitung der verkürzten Gymnasialzeit einerseits und die permanente Weigerung andererseits, den Elternwunsch nach mehr Gesamtschulen zur Kenntnis zu nehmen – beides wirft die SPD-Landtagsabgeordnete Ulla Meurer der CDU-geführten Landesregierung bzw. den Christdemokraten im Kreis Heinsberg vor.

Nachdem der Rat der Stadt Hückelhoven - wie auch der in Erkelenz – sich sogar gegen eine Befragung der Eltern zum Thema Gesamtschule gesperrt hatte, traf sich die Abgeordnete mit den Vorstandsmitgliedern Heinrich Seiler, Franz Esser, Hubert Müller und Helmut Dantz vom SPD-Ortsverein Hückelhoven/Distrikt Baal. „Allein in Hückelhoven würden sich etwa hundert Kinder für die Gesamtschule entscheiden“, weiß Heinrich Seiler aus Rückmeldungen von Eltern. „In ganz NRW mussten im vorigen Jahr 15000 Schüler von den Gesamtschulen abgewiesen werden“, ergänzt Ulla Meurer. "Der Elternwille wird aus ideologischen Gründen schlicht ignoriert."

Dabei würde gerade in Hinsicht auf das Turbo-Abitur, ist sich Ulla Meurer mit den Baalern einig, eine vierte Gesamtschule im Kreis Heinsberg für eine Entzerrung der Lernatmosphäre sorgen. Denn an den Gesamtschulen, die ja mit als Ganztagsschulen geführt werden, kann nach wie vor nach 9 statt nach 8 Jahren das Abitur abgelegt werden. "An den Gymnasien aber – auch hier in unserem Kreis - herrscht eine permanente Baustellensituation, die auf dem Rücken der Kinder, Lehrer und Eltern ausgetragen wird. Durch die unerträgliche Unterrichtsverdichtung wird den Schülern nicht nur die Kindheit, sondern oft genug auch die Freude am Lernen genommen. Es gibt weder vernünftig entschlackte Lehrpläne, noch angepasste Schulbücher oder das Angebot eines Ganztages mit Mittagessen", kritisiert die Sozialdemokratin die Schulpolitik von Ministerin Sommer.
Deren Antworten auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Meurer nach dem Unterrichtsausfall an den hiesigen Gymnasien hält die Sozialdemokratin denn auch für bezeichnend: "Der Unterrichtsausfall in einzelnen Schulen wird statistisch nicht erhoben", schreibt Barbara Sommer. "Warum wohl?" fragt Ulla Meurer. "Nach wie vor fällt regelmäßig Unterricht aus, beklagen sich immer wieder Eltern von Gymnasiasten bei mir", so die Abgeordnete. Und dass die sieben Gymnasien des Kreises im Durchschnitt zu 100,77 Prozent mit Lehrern besetzt sind, wie die Ministerin schreibt, hält Ulla Meurer für Augenwischerei. Es sei ja auch erlaubte Praxis, dass Lehrer in der Unterstufe fachfremd unterrichten dürften, bevor sie die Lehrbefähigung für das Fach erworben haben.

 

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