Meldungen Düsseldorf

Schriftliche Beantwortung der Mündlichen Anfrage 90 von Ulla Meurer

Meldung 13.12.2006

Die Mündliche Anfrage 90 der Abgeordneten Ulla Meurer (SPD) lautet:

Wann setzt Nordrhein-Westfalen die „Sozialen Frühwarnsysteme“ flächendeckend um?

In einem Bericht in der „Kölnischen Rundschau“ vom 19. Oktober 2006, zitiert aus einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“, fordert der Familienminister Armin Laschet: „Es ist das Gebot der Stunde, dass man die vorhandenen Erkenntnisse nutzt und eine flächendeckende Umsetzung anstrebt.“

Der Minister hat Recht. In Nordrhein-Westfalen haben wir unter der Federführung des damaligen Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie unter der Ministerin Birgit Fischer in den Jahren 2001 bis 2004 sechs Modellprojekte in Bielefeld, Dortmund, Emmerich, Herne, im Kreis Siegen-Wittgenstein und beim Deutschen Kinderschutzbund, Landesverband NRW, in Essen durchgeführt. Die Ergebnisse liegen vor, Arbeitshilfen ebenfalls.

Wann und wie setzt die neue Landesregierung „Soziale Frühwarnsysteme“ flächendeckend um?


Die schriftliche Antwort des Ministers für Generationen, Familie, Frauen und Integration lautet:

Die Ergebnisse des Modellprojekts „Soziale Frühwarnsysteme“ haben mich überzeugt. Deshalb habe ich den Weg, soziale Frühwarnsysteme zu implementieren, trotz der notwendigen Einsparungen im Gesamthaushalt in gleicher Förderhöhe (120.000 €) weiterverfolgt.

Ein ausgewiesenes Institut erhält seit 2005 jährlich 120.000 € für diese Serviceleistungen, und wir haben diese Summe auch für 2007 eingeplant.

Die Servicestelle stellt die von Ihnen erwähnten Arbeitshilfen zur Verfügung, informiert über eine Homepage und berät lokale Akteurinnen und Akteure, die ein soziales Frühwarnsystem installieren wollen. Darüber hinaus organisiert das Institut den fachlichen Austausch durch Workshops, Vermittlung von Referentinnen und Referenten, Beiträge in Fachzeitschriften und anderes. Das Thema findet zu meiner großen Freude eine rege Resonanz. An unserem diesjährigen Fachkongress am 20. Oktober haben über 900 Fachkräfte aus der sozialen Arbeit teilgenommen. Auf diese Weise sind inzwischen 30 weitere Frühwarnsysteme in den Kommunen aufgebaut worden. Nicht eingerechnet sind solche, die sich ohne die Unterstützung des Landes auf den Weg gemacht haben, wie zum Beispiel Dormagen und Düsseldorf mit sehr überzeugenden Konzepten.

Um die Implementierung weiter voranzutreiben, haben wir in diesem Jahr zusätzliche Mittel (ca. 194.000 €) aus dem Aktionsplan „Frühe Förderung von Kindern“ dazu genutzt, Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Familienzentren zu sensibilisieren und zu qualifizieren.

Die Beobachtungsbögen zur Ermittlung von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern in Tageseinrichtungen, die am Modellstandort Herne entwickelt wurden, werden aktualisiert und evaluiert und die Fachkräfte in der Anwendung geschult. Dies möchten wir nach Möglichkeit auch im kommenden Jahr fortsetzen.

Darüber hinaus wollen wir uns 2007 verstärkt dem Ausbau sozialer Frühwarnsysteme rund um Schwangerschaft und Geburt zugunsten der bis Dreijährigen widmen. Hier spielt die Kooperation von Jugend- und Familienhilfe mit den Gesundheitsdiensten eine entscheidende Rolle. Dazu sollen die erfolgreichen Modelle mit ihren mehrjährigen Erfahrungen ausgewertet und allen Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

Sie sind also gut beraten, wenn Sie uns bei den Haushaltsberatungen Ihre Stimme geben, damit wir die Methode eines sozialen Frühwarnsystems in jeden Jugendamtsbezirk tragen können. Die Bedeutung hat sich nicht zuletzt durch die Fälle der jüngsten Vergangenheit als dringlich erwiesen.

Soziale Frühwarnsysteme sind ein wichtiges Instrument, um Kinder vor Vernachlässigung und Gewalt zu schützen. Aber natürlich gibt es noch andere Instrumente und Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen.

Ich werde dem Landtag in Kürze einen Bericht vorlegen, der einen umfassenden Überblick über die bestehenden Angebote und Maßnahmen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe und auch der Schulen für einen wirksameren Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen gibt.

Gleichzeitig wollen wir aufzeigen, wie dieses Hilfenetz gemeinsam mit den verantwortlichen Akteuren noch wirksamer und dichter zum Wohle der Kinder und ihrer Familien in Nordrhein- Westfalen gestaltet werden kann.

 

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